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Hanf und Wissenschaft: Wie wir PFAS am Campus Vesta angehen
Ellen Bogaert : 17.06.2026 18:00:08
Der Campus Vesta in der Provinz Antwerpen beherbergt eines der ehrgeizigsten PFAS-Sanierungsexperimente in Europa. Gemeinsam mit C-biotech und einem Konsortium aus nationalen und internationalen Partnern, darunter VITO, Inagro, Antea Group, DEME und iFLUX, wird der Standort in ein lebendiges Labor verwandelt, in dem Hanf eingesetzt wird, um die PFAS-Belastung sowohl aus dem Boden als auch aus dem Grundwasser zu entfernen.
Unter der Oberfläche
Diese Woche war das iFLUX-Team vor Ort, um die Infrastruktur für das Grundwassermonitoring zu installieren, die das gesamte Projekt trägt. Konkret installierten wir Piezometerrohre, die Verrohrungen, in denen unsere Flusssensoren untergebracht sind, um zu messen, wie sich das Grundwasser durch den belasteten Bereich bewegt.
Verschiedene Arten von Sensoren werden in den Boden eingebracht:
Flusssensoren erfassen die Richtung und Bewegung des Grundwassers: woher es kommt, wohin es fließt und wo möglicherweise noch Belastungsschwerpunkte verborgen sind. Da bereits an mehreren Stellen rund um das Testfeld eine PFAS-Belastung festgestellt wurde, ist das Verständnis der Strömung des belasteten Grundwassers entscheidend, um ein vollständiges Bild zu erhalten.
Drucksensoren überwachen die Grundwasserstände, um zu beurteilen, ob der Hanfanbau die Grundwasserdynamik beeinflusst und umgekehrt, ob unterschiedliche Grundwasserflurabstände das Pflanzenwachstum oder die PFAS-Aufnahme beeinflussen.
Bodenfeuchtesensoren sind ebenso wichtig: Die Bodenfeuchte hängt unmittelbar damit zusammen, wie wirksam die Pflanzen PFAS aufnehmen können. Je trockener oder feuchter der Boden ist, desto stärker beeinflusst dies die Fähigkeit der Pflanze, Schadstoffe aufzunehmen. Damit ist dies ein zentraler Parameter für die Bewertung des Phytosanierungsprozesses.
7 Meter Tiefe
Die Bohrungen wurden manuell ausgeführt: zunächst mit einem Edelman-Bohrer für die oberen Schichten, anschließend mit dem Pulsbohrverfahren, sobald das Grundwasser erreicht war. Die Rohre selbst reichen bis in etwa 7 Meter Tiefe.
Die Wahl der manuellen Bohrung, und insbesondere des Pulsbohrverfahrens, war bewusst getroffen. Der Untergrund am Campus Vesta enthält Glaukonit, ein Mineral, das empfindlich auf mechanische Störungen reagiert. Sonic-Bohren, das mit hoher Frequenz rotiert, würde das Glaukonit zerkleinern und die natürliche Bodenstruktur verändern. Das Pulsbohrverfahren vermeidet dies: Es bewahrt die Integrität der ursprünglichen Bodenverhältnisse und stellt sicher, dass die Monitoringdaten die Realität widerspiegeln und nicht eine gestörte Umgebung.
Alle Daten werden in einem zentralen Dashboard zusammengeführt und stehen in Echtzeit zur Verfügung, sodass Fachleute die Ergebnisse aus der Ferne von ihrem Arbeitsplatz aus überwachen und einsehen können. Gemeinsam werden wir bewerten, welche Datenpunkte wesentlich sind, um ein umfassendes Verständnis der PFAS-Aufnahme im Hanf zu gewinnen.
Warum das wichtig ist
Die installierten Sensoren bilden das Rückgrat des Monitoringnetzes des Projekts. Ohne belastbare Daten zur Grundwasserströmung und zur Bodenfeuchte ließe sich nicht beurteilen, ob Weiden und Hanf ihre Aufgabe erfüllen, oder feststellen, wo belastetes Wasser weiterhin migriert.